Eigentlich verdankt die ganze nähere Umgebung die helfenden Rot-Kreuz-Hände, die im Sinne Henry
Dunant´s tätig sind zweier Persönlichkeiten, nämlich Herrn Dr. med. Franz Wegert und Herrn Emil
Rath aus Durmersheim. In dieser DRK-Bereitschaft war als aktiver Helfer, Max Burkart aus Mörsch
tätig. Er und H. Dr. Vorgrimmler waren es, die mit noch anderen Kameraden die Idee nach Mörsch
brachten. Sie gründeten 1935 das Rote Kreuz in Mörsch. Max Burkart war es, der einen
Erste-Hilfe-Kurs in Mörsch lehrte. Unser Bereitschaftsführer Mathäus Burkart absolvierte diesen
Lehrgang, der am 02.12.1949 begann und am 23.04.1950 mit einer Abschlussprüfung endete.
Es gibt viele Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen. Im Unglücksfalle ist nicht allein
das Helfenwollen ausschlaggebend, sondern es muss auch das fachliche Wissen vorhanden sein um
lebensrettend helfen zu können. Die schwerste Nachkriegszeit war überwunden. In Pfalzgrafenweiler
bei Freudenstadt wurde eine Landessanitätsschule errichtet, in der unser damaliger
Bereitschaftsführer einen Ausbilderlehrgang in Erster Hilfe machte und am 01.02.1953 den
Lehrschein für die Ausbildung in praktischer Unterrichtung erhielt. 1953 gründete Mathäus Burkart
das Jugendrotkreuz in Mörsch mit einer jungen Mannschaft. Ernsthafte Bindungen, menschlicher Art,
brachten ihn nach Neuburgweier.
Das DRK kam nach Neuburgweier
Die Idee auch in Neuburgweier ein Rotes Kreuz aufzubauen war vorhanden, doch: Aller Anfang ist
schwer! Der erste Weg führte zu Bürgermeister Josef Hettel, der sofort jede mögliche Unterstützung
zusagte, den Bürgersaal für den ersten Kurs zur Verfügung stellte, und auch für die ersten
Wandtafeln, Binden und Dreieckstücher sorgte. Im Zimmer des Ortsdieners, Josef Schindele, wurde
ein Schrank für unsere Materialien aufgestellt. Eine unvergessliche Hilfe war auch Hw. H. Pfarrer
Otto Wörner, der immer bereit war, die Rot-Kreuz-Sache zu unterstützen. Auch die Bevölkerung von
Neuburgweier war sehr fortschrittlich und positiv zu unserer Sache eingestellt. Schon nach einigen
Vorträgen waren auch die ersten Mädels und Jungen von Neuburgweier bereit, einen Erste-Hilfe-Kurs
zu absolvieren. Während dem Kurs, am Sonntagabend um 20.00 Uhr, ertönte die Sirene.
Lautsprecherwagen der Polizei fuhren durch die Straßen von Neuburgweier und verkündeten die
Hochwassergefahr. Es war das höchste Hochwasser, das die Bevölkerung seit dem Dammbau erlebte. An
diesem 17. Januar 1955 mussten diese jungen Helferinnen und Helfer bereits unter schwersten
Bedingungen beweisen was sie gelernt hatten. Mit Unterstützung der DRK-Bereitschaft Mörsch konnten
wir die schwere Aufgabe meistern. Im Bürgersaal des Rathauses wurde ein Lazarett eingerichtet.
Kaum war die Rot-Kreuz-Flagge angebracht, kamen schon die ersten Verletzungsmeldungen.
Knochenbrüche, Platzwunden, Verstauchungen, Riss- und Schürfwunden, eben alles was passieren kann,
wenn man in aller Eile sein Hab und Gut retten will. Unser Bereitschaftsleiter Mathäus Burkart
forderte vom Kreisverband frisches Verbandmaterial an. Nicht nur dieses kam, sondern auch ein
Rot-Kreuz-Auto und heißer Tee. Der Abschluss des Erste-Hilfe-Kurses war ein voller Erfolg. Die
Teilnehmer wollten alle beim Roten Kreuz bleiben. Der Kreisverein hat uns mit Material tatkräftig
unterstützt, was wir ihm auch durch einen hohen Leistungsstand in den Vergleichskämpfen unter
Beweis stellten.
